Portugal Sehnsucht: Wie du dir das Algarve-Gefühl in den deutschen Alltag holst

Portugal Sehnsucht: Wie du dir das Algarve-Gefühl in den deutschen Alltag holst

Es gibt Gefühle, für die unsere Sprache manchmal keine eigenen Worte findet – in Portugal gibt es für fast alles ein Wort. Wenn wir mit einem lächelnden und einem weinendem Auge diese Portugal Sehnsucht spüren, dann nennen die Portugiesen es: Saudade!

Saudades, só portugueses
Conseguem senti-las bem.
Porque têm essa palavra
para dizer que as têm.

Mit diesen Zeilen beschreibt der Dichter Fernando Pessoa das Wort Saudade. Frei übersetzt heißt es: „Saudades – nur Portugiesen können dieses Gefühl wirklich kennen. Weil nur sie dieses Wort besitzen, um es beim Namen zu nennen.“

Es beschreibt u.a. die tiefe Sehnsucht nach einem Ort. Genau dieses Gefühl überkommt mich immer wieder, wenn ich in Deutschland bin. Es ist eine etwas melancholische Stimmung, die jedoch auch sofort ein Grinsen mit sich bringt, wenn ich an die vielen schönen Strände, den ungezähmten Atlantik und das ganz besondere Lebensgefühl an der Algarve denke.

Sehnsucht oder Saudade? Ein kleiner Unterschied

Oft werde ich gefragt, ob Saudade nicht einfach nur das portugiesische Wort für Heimweh oder Sehnsucht ist. Für die Portugiesen ist es mehr. Während die klassische Sehnsucht oft etwas Unruhiges hat – diesen drängenden Wunsch, jetzt sofort woanders zu sein –, lässt sich Saudade als „glücklicher Schmerz“ beschreiben.

Sehnsucht will einen Mangel füllen; Saudade feiert die Verbindung, die niemals abreißt. Ich bin vielleicht traurig, dass ich gerade nicht dort sein kann, aber ich grinse, weil ich weiß, wie es sich anfühlt, oben auf der Klippe zu stehen und auf den Atlantik zu schauen.

Saudade ist demnach kein schweres Gewicht im Gepäck, sondern ein Erinnerung, mit der ich etwas Gutes verknüpfe.

Das Geheimnis der Saudade: Warum uns das Meer an der Algarve nicht loslässt

Nicht nur Surfen, Kiten und Paragliding bringen jedes Jahr viele Touristen an die Algarve. Das Barlavento ist auch fürs Wandern, Fahrradfahren, seine Strände und Buchten sowie seine Natur bekannt. Und egal mit wem ich spreche, alle Menschen die einmal hier waren, sind von der Algarve fasziniert. Doch woran liegt das genau?

Ich habe zwei Jahre in einem Surfhouse gelebt und gearbeitet, daher ist es naheliegend, dass ich vor allem Surfer:innen getroffen habe, die aufgrund des Sports an die Algarve reisen. Die Algarve bietet dank ihrer geografischen Lage das ganze Jahr über die besten Wellen in Europa. Wenn es bei großem Swell zu groß an der Westküste ist, kann man häufig kleinere Wellen an der Südküste surfen. Somit ergibt sich für Beginner bis Surf-Pros immer eine Möglichkeit auf dem Surfbrett zu stehen. Die langen Tage am und im Meer, der unvergessliche Vibe beim Surfen und im Surfhouse, das kühle Super Bock nach dem Surfen und die waren Sonnenstrahlen, lässt dich das Saudade Gefühl zu 100% mit nach Hause nehmen.

Doch man muss nicht zwingend auf dem Brett stehen, um den Zauber der Algarve zu spüren. Für die einen ist es das Adrenalin im Line-Up, für die anderen ist es die Stille in einer versteckten Bucht bei Lagos, in der nur das sanfte Rollen der Kieselsteine zu hören ist. Es ist dieses Gefühl, wenn man oben auf den Klippen steht, den Blick über den endlosen Horizont schweifen lässt und plötzlich merkt, wie der stressige Alltag verblasst. Ob beim Wandern durch die Naturschutzgebiete, beim Entdecken kleiner Tante-Emma-Läden und der Gassen von Lagos oder einfach beim Beobachten des Sonnenuntergangs am Cabo de São Vicente: Die Algarve schenkt jedem diesen einen Moment, den man am liebsten konservieren und mit in den deutschen Alltag nehmen möchte.

Es ist die Dankbarkeit für diese friedliche Weite, die uns – auch ohne Neoprenanzug – immer wieder sehnsüchtig zurückblicken lässt.

Portugiesische Gelassenheit im deutschen Stress

Neben den schönen Orten und Landschaften ist noch etwas dass viele, die bereits hier waren, bestätigen können: Die Uhren an der Algarve ticken anders. Alles ist eine Spur langsamer- und für uns Deutschen manchmal eine echte Geduldsprobe.

Ich weiß noch genau, wie ich in meinen ersten Monaten zunehmend nervös wurde, wenn ich an der Supermarktkasse gefühlt ewig warten musste. Heute, nach einigen Jahren, bin ich deutlich entspannter. Wenn der Kassierer sich erst mal ausführlich mit der älteren Dame über die Nachbarschaft austauscht, atme ich tief durch, statt auf die Uhr zu schauen. Meistens jedenfalls. Denn seien wir ehrlich: Die deutsche Mentalität bleibt ein Teil von mir, und ich werde wohl nie mit absolut allem total relaxed umgehen können.

Aber genau das ist der Punkt: Portugal entschleunigt uns – egal, ob wir hier leben oder nur für zwei Wochen Urlaub machen. Es ist diese Einladung, den Fuß vom Gas zu nehmen. Dieses „Amanhã“ (Morgen), das nicht Faulheit bedeutet, sondern die Priorität auf das Hier und Jetzt legt. Und genau das trifft mein Lebensmotto oder zumindest meine Vorstellung von einem glücklichen Leben. Diese Gelassenheit nehmen viele, zumindest zu Beginn, mit in den stressigeren deutschen Alltag und versuchen ihn auch zu integireren. Ein tiefer Atemzug, ein kurzer Gedanke an das Meer – und plötzlich ist die Schlange an der Kasse in Deutschland gar nicht mehr so schlimm.

Algarve-Vibe für Zuhause: Interieur-Tipps ohne Kitsch

Dass die Zeit des Urlaubs irgendwann endet, ist unvermeidbar – aber das Gefühl muss nicht am Flughafen bleiben. Um den Algarve-Vibe für den Alltag festzuhalten, sind damals meine allerersten Ideen zum Mitnehmen entstanden. In meiner Zeit im Surfhouse habe ich angefangen, kleine Erinnerungsstücke für die Gäste zu kreieren. Ob Bilderrahmen im Surfbrett-Form, Schlüsselanhänger oder kleine Walflossen – es waren erste Versuche, das Lebensgefühl der Westküste in handgreifliche Objekte zu verwandeln.

Schlüsselanhänger aus altem Lattenrost, bemalt mit Aquarell

Ein besonderes Anliegen war es mir dabei auch, nicht nur neues Holz und neue Materialien zu verwenden. So habe ich mir dann ein altes Lattenrost geschnappt und meine Surfbrett Schlüsselanhänger hergestellt. Bemalt habe ich die Alltagsbegleiter mit Acryl und einem Finish für lange Farberhaltung.

Aber nicht nur meine eigenen Handarbeiten helfen dabei, das Haus in eine kleine Küstenoase zu verwandeln. Wer mit offenen Augen durch die Algarve reist, findet überall Schätze, die Geschichten erzählen. Allem voran: Pottery! Wer liebt sie nicht?

Portugiesische Keramik als täglicher Hingucker

Portugiesische Keramik ist für mich der Inbegriff der Algarve-Vibes zum Mitnehmen. Es sind die unperfekten Ränder, die Glasuren in tiefem Atlantikblau, braun-grau oder dem warmen Gelb der Zitronenblüten, die irgendwie eine ganz besondere Anziehung auf mich haben. Ein handgetöpfert Schale auf dem Esstisch ist wie ein kleiner Urlaubsmoment zwischen Frühstück und Alltag.

Zwischen Lagos und Sagres befindet sich die Ceramica Paraiso, in der du super schöne Keramik findest. Als Sparfuchs solltest du auf jeden Fall auch den Sales Tisch aufsuchen, da gibt es einfache Keramik und zum Teil Designs aus dem letzten Jahr deutlich reduziert. Du findest ihn hinten im großen Raum rechts an der Wand.

Auch wenn du nicht vor hast etwas zu kaufen, lohnt sich ein Abstecher hier her. Die ganze Fassade der Pottery ist mit bunter Keramik behangen- sieht einfach super cool aus.

Bunte Fassade der Ceramica Paraiso in Raposeira-Vila do Bispo an der Algarve
Ceramica Paraiso - Pottery in Raposeira

Wenn du dich dazu entscheidest etwas zu kaufen und dich fragst, wie du das mit dem Transport machst, hier noch ein kleiner Hinweise.

Ich habe schon von vielen Stücken gehört, die den Flug nach Deutschland nicht überleben haben. Daher kann ich dir nur empfehlen, deine neuen Lieblingsstücke immer sicher im HANDGEPÄCK zu verstauen. So hast du immer ein Auge darauf und kannst sie sicher bis in deine vier Wände bringen.

Zudem möchte ich auch kurz darauf hinweisen, dass nicht alle Keramik die danach aussieht auch wirklich aus Portugal ist. Achte daher auf folgendes:

  • Stempel am Boden "Made in Portugal" , „Fabricado em Portugal“ , oder der Fabriken z.B. Bela Vista
  • Ist ein Aufkleber statt eines Stempels darauf, dann ist es zwar schön, aber vermutlich nicht aus Portugal
  • Unperfekt: Kleine Unebenheiten, wie Blasen in der Glasur können ein Indiz für handgefertigte Ware sein
  • Das Gewicht ist aufgrund der Grundmasse Ton etwas schwerer als günstige Nachbauten

Kork- Typisch Portugiesisch!

Silke auf Pixabay">Korkeiche im Alentejo Portugal. Bild gemacht von Bild von <a href=Silke auf Pixabay" class="wp-image-1076" style="aspect-ratio:1.498012239245991"/>

Neben der Keramik gibt es ein Material, an dem du an der Algarve absolut nicht vorbeikommst: Kork. Wenn du mal einen Roadtrip durch das Hinterland gemacht hast, kennst du den Anblick der charakteristischen Korkeichen mit ihren rötlich-braun geschälten Stämmen.

Was ich an Kork so liebe? Er ist eigentlich genau wie meine Handyketten aus Segeltau: federleicht und extrem robust. Darüberhinaus ist es ein echtes Naturprodukt. Vergiss das verstaubte Pinnwand-Image aus den 90ern! Kork wird heute ganz anders abgefeiert – ob als moderne Untersetzer, stylische Lampenschirme oder sogar als Wandelemente. Es bringt sofort diese natürliche, warme Ruhe in deine Wohnung, die einen automatisch tiefer durchatmen lässt.

Aber Augen auf beim Kork-Kauf! Damit du auch wirklich ein Stück echte portugiesische Natur mit nach Hause nimmst und kein chemisches Imitat, hier meine kleinen Insider-Checks für dich:

  • Riech-Test: Echter Kork riecht dezent nach Holz, Erde und Wald. Wenn dir ein stechender Plastik- oder Klebstoffgeruch entgegenschlägt: Finger weg!
  • Seh-Test: Natur ist niemals perfekt. Wenn das Muster auf der Tasche oder dem Untersetzer exakt symmetrisch ist und sich ständig wiederholt, ist es oft nur bedrucktes Billig-Material. Echter Kork hat eine unregelmäßige, individuelle Maserung – wie ein Fingerabdruck.
  • Fühl-Test: Portugiesischer Kork fühlt sich warm und fast samtig an. Er nimmt deine Körperwärme sofort an. Billige Importe fühlen sich oft kalt und „speckig“ an, fast wie Kunststoff.

Als kleines Geschenk eignen sich übrigens hervorragend die kleinen Portemonnaies aus Kork, damit habe ich Familie und Freund:innen bereits eine große Freude gemacht.

Fräulein Mo inspiriert durch das Leben an der Algarve

Die Entscheidung, nach Portugal zu gehen, war eine der besten meines Lebens. Die Entschleunigung hier hat meine Kreativität erst so richtig wieder aufleben lassen.

Schon früher habe ich alles Mögliche ausprobiert, hatte Kunst als Hauptfach und habe Stunden damit verbracht, kreative Geschenke herzustellen und zu verpacken. Heute habe ich mir mit Fräulein Mo den Wunsch vom eigenen Business erfüllt – ein Ort, an dem ich meine Kreativität, meine Hyperaktivität und meine Lust auf Neues voll ausleben kann.

Meine Handyketten oder der Schmuck sind für mich deshalb keine reinen „Produkte“. Es sind Schmuckstücke, die ich selber trage. Ich wollte Dinge schaffen, die dieses Gefühl vom Strand direkt in den (manchmal stressigen) Alltag bringen. Zudem sollten sie praktisch und langlebig sein.

Es geht mir darum, dass wir uns ein Stückchen Saudade bewahren, egal wo wir gerade sind. Wenn du Lust hast, schau dir meine Handyketten und Edelstahlhalsketten einfach mal an – vielleicht findest du ja auch deinen ganz persönlichen Begleiter, der dich immer wieder lächeln lässt.

Fazit

Portugal hat mich gelehrt, dass Kreativität und Entschleunigung Hand in Hand gehen. Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen von diesem Vibe abgeben und dir zeigen, wie einfach es ist, sich ein Stück Algarve nach Hause zu holen.

Bewahr dir deine Saudade, genieß die kleinen Momente und wer weiß – vielleicht sehen wir uns ja bald mal hier an der Algarve auf ein kühles Super Bock zum Sonnenuntergang. Até breve!

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